Bibliodrama und Seelsorge


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Kleinformen für den Religionsunterricht

Autor/in: Monika Schmid und Detlef Hecking


A)    Dem Text auf die Spur gehen: Was scheint mir wichtig?


Ziel: Vertiefte Wahrnehmung eines Textes durch Zuhören und persönliches Einbringen von eigenen Impulsen, Einfühlen in wichtige Themen/Inhalte und Beziehungen (Personen, Konflikte usw.) des Textes.
Eignung: Gut geeignet für erste Schritte mit bibliodramatischen Kleinformen. Da bei dieser Form der Raum nicht einbezogen wird, handelt es sich eigentlich „nur“ um eine besondere Form der Texterarbeitung und nicht um eine „bibliodramatische“ Kleinform. Die Schritte 1-3 sind je-doch an die ersten Schritte in einem Bibliodrama angelehnt.
Persönliche Anforderungen an TN und Leitung: Gering  – die TN müssen sich zwar auf den Text einlassen, sie können jedoch beim „Mitteilen“ bleiben. Sie werden aber gefordert, sich mit dem Text auseinander zu setzen. Für manche braucht es schon Überwindung etwas laut in die Runde zu sagen, die eigene Stimme zu vernehmen.
Dauer (Schritte 1-5): je nach Diskussion und Interesse 10-20 Minuten. (oder auch länger)

1. Text hören: (Alle haben den Text unter dem Stuhl.) Der Text wird vorgelesen nach einer kurzen Stille nehmen alle den Text zur Hand und er wird ein zweites Mal vorgelesen, die Teilnehmenden lesen still mit. (Ev. liest ein Teilnehmer/eine Teilnehmerin den Text vor)
2. Sammeln von Stichworten: Die Teilnehmenden werden aufgefordert wichtige Stich-worte laut in die Runde zu sagen, oder Textstellen, die ihnen wichtig erscheinen zu wie-derholen. Der/die LeiterIn sammelt die Stichworte an Wandtafel oder Flip-Chart.
3. Alle Stichworte laut vorlesen: Wenn die Stichworte gesammelt sind und die Äusserun-gen verebben, liest die Leitung langsam und laut alle Stichworte nochmals vor.
4. Nachfragen: Leitung befragt einzelne Stichworte und fordert die Teilnehmenden auf da-zu etwas zu sagen. Warum ist dieses Stichwort aufgetaucht? Steht das so im Text?
5. Abschluss: Mit dem Text in die Stille gehen. Meditative Musik – jede/r Teilnehmende liest den Text für sich nochmals durch. Dann liest die Leitung einzelne Sätze aus dem Text nochmals vor.

 


 B)    Biblischen Personen die eigene Stimme leihen


Ziel: Vertiefte Wahrnehmung eines Textes durch persönliche und kollektive Rollenübernahme (ohne Verortung im Raum). Ausloten und Füllen des Unausgesprochenen und der „Lücken“ in einem Text. Diese Arbeitsform ist angelehnt an die von Peter Pitzele entwickelte Methode des „Bibliolog“, also eigentlich keine Form des Bibliodramas (da Raum und Körper nicht als Wahr-nehmungsfeld einbezogen werden).
Eignung: Gut geeignet für erste Schritte mit bibliodramatischen Kleinformen und ein hoch strukturiertes Umfeld, wie es im Religionsunterricht vorliegt.
Persönliche Anforderungen an TN und Leitung: Gering bis mittel. Bei Schritt 3 kann es zu einer hohen Identifikation der TN mit einer Person und dadurch zu einer gewissen Eigendyna-mik kommen – Kinder reagieren bekanntlich besonders intensiv z.B. auf Bedrängnis oder Un-recht. Da Raum und Körper aber nicht als Erfahrungsräume einbezogen werden und die Rollen im Laufe der Arbeit auch wechseln, bleiben die Identifikation und die persönliche Betroffenheit ungefähr auf der Ebene eines Rollenspiels, was die weitere Bearbeitung des Textes/Themas er-leichtert.
Dauer (stark abhängig von der Textlänge): ca. 10-20 Minuten.


1. Einführung in den Text: Die Leitung leitet in den Bibeltext ein, liest den Text aber noch nicht.
2. Text abschnittweise lesen: Die Leitung liest einen ersten kurzen Sinnabschnitt des Textes vor. Die Grenzen des Textabschnitts werden so gesetzt, dass möglichst nur eine Person oder eine Personengruppe im Zentrum des Textes steht.
3. Den biblischen Personen die eigene Stimme leihen: Die Leitung bittet die TN, sich in die jeweilige biblische Persone(n) hineinzuversetzen: „Ihr alle seid jetzt N.N. Wie geht es dir in deiner Situation? Warum tust du das?“ Usw. Die TN bleiben dabei an ihren Plät-zen, ein Ortswechsel o.ä. findet nicht statt. Die Antworten der TN werden nicht kom-mentiert, aber echo-artig „gespiegelt“, d.h. vertiefend wiederholt. Nach einiger Zeit leitet die Leitung zur nächsten Szene des Textes über. Dabei ist es hilfreich, wenn sich mit dem neuen Textabschnitt auch ein Perspektiven-/Rollenwechsel ergibt, damit andere Aspekte des Textes zum Tragen kommen.
Die Schritte 2 und 3 werden zu jedem Sinnabschnitt des Textes wiederholt, bis der Text zu Ende gelesen ist und kommentiert ist.
4. Abschluss: Die Leitung dankt den TN dafür, dass sie den jeweiligen biblischen Personen ihre Stimme geliehen haben, und entlässt sie so auch ausdrücklich aus ihren Rollen.
5. Nachgespräch: Die Erfahrungen und Äusserungen der TN sowie neue Erkenntnisse zum Text werden in einem Nachgespräch vertieft.


 C)    Sich mit Orten und Personen auseinandersetzen


Ziel: Vertiefte Wahrnehmung eines Textes durch persönliches Gestalten von Orten, die im Text vorkommen. Einfühlen in wichtige Themen/Inhalte und Beziehungen (Personen, Konflikte usw.) des Textes.
Eignung: Gut geeignet für erste Schritte mit bibliodramatischen Kleinformen.
Persönliche Anforderungen an TN und Leitung: Gering bis mittel – die TN entscheiden selbst in einem relativ offenen Szenario, wie weit sie sich persönlich einlassen wollen.
Für die Leitung braucht es etwas Vorbereitung, vor allem das Mitnehmen von Gestaltungsele-menten für die Gestaltung der Orte.
Dauer (Schritte 2-5): ca. 30 Minuten.


1. Text hören: Die TN hören den Text  -  dann wird er nochmals gelesen und mitgelesen (Die TN haben den Text unter dem Stuhl)

2. Text besprechen: Fragen zum Text werden gestellt. Wichtige Sätze nochmals wieder-holt, Stichworte in den Raum stellen.

3. Orte oder Räume herausarbeiten: Die TN versuchen im Text Orte und Räume zu finden. (Z.B. Haus des Zachäus / Baum / Menschenauflauf um Jesus / Zachäus tritt vor das Haus)  Die Leitung hat Karten vorbereitet mit den Orten/ Räumen und leere Karten für „Zwischenräume“ welche die TN bringen.

4. Orte/Räume gestalten: Die TN werden eingeladen, zu zweit oder zu dritt oder auch einzeln einen Raum/Ort zu wählen, der ihnen jetzt wichtig erscheint. Irgendwo im Raum gestalten sie diesen Ort (Material muss zur Verfügung stehen: Tücher, Gegenstände, Bil-der, Symbole, Naturmaterial, …)

5. Besuch der Orte: Alle gehen zu den einzelnen Orten, betrachten die Gestaltung. Die Gestaltenden kommentieren ihren Ort und lesen den entsprechenden Abschnitt aus dem Text vor.

6. Abschluss: Alle TN werden eingeladen, durch die Orte zu gehen und sich einen Ort zu wählen, wo sie sich jetzt im Moment hingezogen fühlen. Sie versuchen auch in die Rolle einer Person zu schlüpfen, ohne diese zu benennen. Von hier aus wird der Text nochmals vorgelesen.

7. Nachgespräch: Wie erging es uns beim gestalten des Ortes? Haben wir den Ort ausge-schmückt? Ist mir Neues aufgefallen? Mit welcher Person habe ich mich am Schluss identifiziert? Wie habe ich mich gefühlt, was habe ich als diese Person erlebt, als ich den Text nochmals gehört habe?



 D)    Bildmeditation mit bibliodramatischen Elementen


Ziel: Persönliche Begegnung mit einem (nicht unbedingt nur biblischen) Bild durch die Wahr-nehmung von Bild-Raum-Beziehungen und einer persönlichen Verortung darin. Wahrnehmung von Nähe oder Distanz zu bestimmten Aspekten des Bildes/Themas.
Eignung: Gut geeignet für erste Schritte mit bibliodramatischen Kleinformen.
Persönliche Anforderungen an TN und Leitung: Mittel. Die TN entscheiden zwar selbst, wie weit sie sich persönlich einlassen wollen, und die Erfahrungen müssen nicht (mit)geteilt werden. Die meditative Atmosphäre/Stille und auch die Einladung zum Austesten von Nähe/Distanz (Schritte 3/4) setzen jedoch Grunderfahrungen mit meditativen Situationen voraus und fördern eine intensive persönliche Auseinandersetzung.
Dauer (Schritte 1-5): ca. 15 Minuten.


1. Bildmeditation: Die Leitung projiziert ein Bild, die TN sitzen auf dem Boden oder auf Stühlen (ohne Tische). Die Leitung führt meditativ in das Bild ein (Hell-Dunkel, Farben, ggf. Figuren/Personen, Beziehungen, auffällige Orte im Bild, …). Das Bild bleibt auch für die folgenden Schritte sichtbar.
2. Bild „in den Raum legen“: Für diesen Schritt wird genug freier Raum vor dem proji-zierten Bild benötigt, ev. müssen also zunächst Stühle zur Seite geräumt werden. Die Leitung bezeichnet wichtige Orte des Bildes im Raum. Evtl. kann ein  zentraler Ort des Bildes mit einer Kerze oder einem Symbol im Raum bezeichnet werden.
3. Verortung der TN: Die Leitung bittet die TN, sich ihren Ort im Bild-Raum zu suchen. Dabei lädt die Leitung dazu ein, gut auf die persönlichen Empfindungen von Nähe und Distanz zu achten: Wie nahe möchte ich diesem Ort (z.B. einer hellen Mitte) oder jener Person (z.B. Jesus, einem geheilten Mensche, …) im Bild sein? Möchte ich ev. anfangs auf Distanz bleiben, mich aber später annähern? Welche Körperhaltung entspricht mir dabei?
4. Stille: Die TN haben einige Minuten Zeit, um sich auf das Bild und ihre inneren Prozesse bei ihrer Verortung im Bild-Raum wahrzunehmen. Dabei können die TN ihren Ort auch verändern.
5. Abschluss: Die Leitung gibt mit einer Klangschale o.ä. das Zeichen für das Ende der Bildmeditation. Für die TN bleibt genug Zeit, um ihren inneren Prozess in Ruhe abzu-schliessen.
6. Ev. Nachgespräch: Je nach Gruppensituation und der Bereitschaft, sich persönlich aus-zutauschen, kann ein kurzes Nachgespräch über die persönlichen Erfahrungen folgen.

 


 E)    Verortung im Text-Raum mit kollektivem Orts-/Rollengespräch


Ziel: Vertiefte Wahrnehmung eines Textes durch persönliche Verortung im Raum, Einfühlen in wichtige Themen/Inhalte und Beziehungen (Personen, Konflikte usw.) des Textes.
Eignung: Gut geeignet für erste Schritte mit bibliodramatischen Kleinformen. Es ist aber hilf-reich, wenn bereits erste Erfahrungen mit anderen Formen kreativer Textarbeit und persönlicher Identifizierung, z.B. mit den Formen A) bis D), gemacht wurden.
Persönliche Anforderungen an TN und Leitung: Gering bis mittel – die TN entscheiden selbst in einem relativ offenen Szenario, wie weit sie sich persönlich einlassen wollen.
Dauer (Schritte 2-5): ca. 15 Minuten.


1. Textgespräch: Der Text wird vorbesprochen, aber nicht „totgeredet“, damit noch Inter-esse und Erfahrungsmöglichkeiten für die bibliodramatische Kleinform offen bleiben.
2. Raumaufteilung: Wechsel in einen möglichst freien Teil des Unterrichtsraumes (keine Tische, Stühle usw.). Hier bezeichnet die Leitung wichtige Orte/Aspekte des Textes im Raum. Einzelne Requisiten, Symbole oder auch Blätter mit einem Stichwort können hel-fen, die Orte zu markieren und anschaulich zu machen. Bei komplexeren Raumaufteilun-gen empfiehlt es sich, die Raumaufteilung zweimal vorzustellen.
3. Ortswahl: Die TN gehen im Text-Raum umher und entscheiden sich für einen Ort, der sie interessiert, anzieht, abstösst, an dem sie Fragen haben usw. Die Leitung leitet jedoch nicht explizit zur Übernahme einer konkreten Rolle an, damit keine allzu tiefe Identifizie-rung mit dem Ort bzw. der Rolle geschieht (das könnte komplexe persönliche Prozesse auslösen, die in diesem Rahmen nicht gut aufgefangen werden können). Wenn sich nie-mand für einen Ort entscheidet, bleibt der Ort unbesetzt.
4. Kollektives Orts-/Rollengespräch: Die Leitung geht herum und fragt an den einzelnen Orten – d.h. nicht primär einzelne Personen –, warum die Personen an diesem Ort ste-hen, wie es ihnen hier geht, zu welchen anderen Orten sie Kontakt/Beziehung wahrneh-men, wie sich dieser Kontakt anfühlt usw. Falls ein Ort von niemandem gewählt wurde, können auch die TN an den anderern Orten gefragt werden, welche Eindrücke/Gefühle sie zu diesem Ort haben.
5. Abschluss: Die Leitung bittet die TN nachzuspüren, wie es ihnen an ihrem Ort geht und ob jemand einen Ortswechsel vornehmen möchte. Dies geschieht ggf. unkommentiert.
6. Nachgespräch: Wechsel zurück in den Unterrichtsraum und Besprechung der Erfah-rungen, je nach Text/Themen Weiterführung auf inhaltliche Aspekte des Textes und/ oder auf Lebens-/Glaubensthemen, die zur Sprache gekommen sind.



 F)    Sich mit einer Person identifizieren und körperlich wahrnehmen, wie     es mir in ihrer Rolle geht


Ziel: Vertiefte Wahrnehmung einer Person bzw. zentralen Szene des Textes durch persönliche Identifikation und Körperwahrnehmung.
Eignung: Gut geeignet für zweite Schritte mit bibliodramatischen Kleinformen – vorher sollten Erfahrungen mit weniger intensiven, anderen Formen gesammelt werden, in denen auch Erfah-rungen im Raum gemacht wurden, z.B. mit den Formen C) bis E). Besonders geeignet für Hei-lungserzählungen.
Persönliche Anforderungen an TN und Leitung: Mittel bis hoch. Es kann zu einer hohen Identifikation mit der Rolle kommen, was intensive persönliche Prozesse auslösen kann. Da sich alle TN gleichzeitig in dieselbe Rolle hineinversetzen, sind die einzelnen TN jedoch nicht über-mässig „ausgestellt“.
Dauer (Schritte 2-4): ca. 10-20 Minuten.

1. Texterarbeitung: Bevor diese Arbeitsform sinnvoll eingesetzt werden kann, muss der Text in geeigneter Form in der Gruppe besprochen/erarbeitet werden – nicht zuletzt deshalb, weil die zentrale Szene in der Regel ja nur einen Ausschnitt aus dem Text bildet.

2. Raum und Personen bezeichnen: Die Leitung steckt einen Raum ab, wo sich die Szene abspielen soll. Dann lädt die Leitung die TN ein, sich in eine bestimmte Person zu verset-zen (z.B. Frau mit dem gekrümmten Rücken, Lk 13,10-17). Alle TN schlüpfen in die glei-che Rolle, werden die Frau (bzw. die andere biblische Person) aber ganz unterschiedlich darstellen. Ein/e TN oder die Leitung schlüpft in die Rolle von Jesus und geht von Per-son zu Person, streicht über den Rücken und richtet die „Frau“ auf.

3. Abschluss: Text am Ort nochmals hören. Die TN bleiben am Ort des Geschehens und hören nun als „Geheilte“ den Text nochmals.

4. Nachgespräch: Die Erfahrungen werden vertieft und ev. mit dem eigenen Leben in  Verbindung gebracht.



 G)    Vertiefen einer zentralen Szene aus einem Text


Ziel: Vertiefte Wahrnehmung einer zentralen Szene eines Textes (häufig eine Begegnung zwi-schen zwei bis drei Personen) durch Verortung im Raum und persönliche Identifikation.
Eignung: Gut geeignet für zweite Schritte mit bibliodramatischen Kleinformen – vorher sollten Erfahrungen mit weniger intensiven, anderen Formen gesammelt werden, in denen auch Erfah-rungen im Raum gemacht wurden, z.B. mit den Formen C) bis E).
Persönliche Anforderungen an TN und Leitung: Mittel bis hoch. Es kann zu einer hohen Identifikation mit der Rolle kommen, was intensive persönliche Prozesse auslösen kann. Deshalb muss die Freiwilligkeit der Rollenübernahme gewahrt bleiben. Helfen kann hier der Hinweis, dass die jeweiligen Personen ihre Rollen sozusagen stellvertretend für die ganze Gruppe übernehmen, damit alle etwas Neues über den Text erfahren können.
Dauer (Schritte 2-5): ca. 10-15 Minuten.

1. Texterarbeitung: Bevor diese Arbeitsform sinnvoll eingesetzt werden kann, muss der Text in geeigneter Form in der Gruppe besprochen/erarbeitet werden – nicht zuletzt deshalb, weil die zentrale Szene in der Regel ja nur einen Ausschnitt aus dem Text bildet.
2. Verortung eines zentralen Aspektes im Raum und Rollenwahl: Die Leitung be-zeichnet die Orte und Personen einer zentralen Szene des Textes in einem freien Teil des Raumes. An der Szene sollten nicht mehr als zwei bis drei Orte/Personen beteiligt sein. Dann fragt die Leitung, wer die Rolle der jeweiligen Personen übernehmen möchte (evtl. kann eine Rolle auch von zwei oder drei TN gleichzeitig übernommen werden, das senkt die „Hemmschwelle“ etwas). Die Leitung bittet die TN, die eine Rolle übernommen ha-ben, sich an ihren Ort zu stellen und sich innerlich in ihre Rolle hineinzuversetzen. Die anderen TN bleiben als BeobachterInnen präsent.
3. Rollengespräch: Die Leitung geht nacheinander zu den Personen, die eine Rolle über-nommen haben, und führt mit ihnen ein kurzes Rollengespräch. Ziel dieses Gespräches ist es, die Anliegen und inneren Prozesse der beteiligten Personen für alle TN wahrnehm-bar zu machen. Hilfreiche Fragen dabei können z.B. sein: „Du bist jetzt N.N. Wie fühlst du dich hier? Was bewegt dich? Was möchtest du als nächstes tun? Siehst du schon XY [die andere(n) an der Szene beteiligte(n) Person(en)]?“ U.ä.
4. Einladung zu einer Geste/Bewegung: Nachdem die Leitung alle Rollengespräche ge-führt hat, bittet sie alle, sich noch einmal in ihre Rolle hineinzufühlen (manchmal geht den TN während der Rollengespräche mit den anderen TN ihre eigene Rolle wieder et-was „verloren“). Anschliessend fragt die Leitung, ob jemand die Haltung ändern, sich ei-ner anderen Person zuwenden oder eine Geste/Bewegung machen möchte, die etwas von den eigenen inneren Prozessen ausdrückt. Zu diesem Schritt können auch diejenigen TN, die keine Rolle übernommen haben, eingeladen werden. Sie stellen sich dafür an den Ort der jeweiligen Person und gehen anschliessend an ihren ursprünglichen Platz zurück.
5. Abschluss: Die Leitung bedankt sich bei den TN, die eine Rolle übernommen haben, und bittet sie, ihre Rolle wieder abzulegen. Rückkehr an die Plätze im Unterrichtsraum.
6. Nachgespräch: Die Erfahrungen werden vertieft und mit dem ganzen Bibeltext in Be-ziehung gesetzt. Hier können auch diejenigen TN, die keine Rolle übernommen haben, ihre Gefühle und Eindrücke beitragen.