Bibliodrama und Seelsorge


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Tagungsbericht: Heute haben wir Unglaubliches gesehen

«Heute haben wir Unglaubliches gesehen»   

IKB-Tagung zum Thema Bibliodrama und Berufungspastoral im Bildungshaus Stella Matutina in Hertenstein bei Weggis

Im Bibliodrama begegneten sich am vergangenen Wochenende in Hertenstein biblische Geschichte und die Lebens- und Glaubensgeschichte von rund dreissig an Bibel und Berufungspastoral Interessierten.

Mit einem Impulsreferat von Claudia Mennen begann am Freitagmorgen die jährliche Tagung der Fachstelle Information Kirchliche Berufe (IKB) im Bildungshaus der Baldegger Schwestern in Hertenstein. Die Leiterin Bildung in der Probstei Wislikofen/AG sagte in ihrem Einführungsreferat, dass die Sehnsucht der Menschen nach religiösen Erfahrungen angesichts einer rationalen und durchrationaliserten Alltagswelt gross sei. «Menschen im Bibliodrama werden eingeladen, sich mit einer Rolle im Text zu identifizieren», erläuterte die Referentin. Dadurch rücke die alte Geschichte hautnah an die einzelnen heran. So werde ein Graben von mehr als 2000 Jahren Geschichte überbrückt. «Das Leben und der Glaube von Sara, Abraham, Mose, Judith, Jesus, Petrus, Maria von Magdala hat dann plötzlich mit mir zu tun», betonte Claudia Mennen. Die Wislikofer Schule für Bibliodrama biete bereits seit sieben Jahren eine Ausbildung in Bibliodrama-Leitung an. Damit gewännen die Teilnehmenden eine Identität aus der Erfahrung ihres Glaubens und aus der Zugehörigkeit zur Kirche (www.bibliodramaundseelsorge.ch).

Den Bibeltexten lebendig begegnet

In Kleingruppen gestalteten zwei Gruppen am Nachmittag ein Bibliodrama unter dem Titel «Heute haben wir Unglaubliches gesehen» zu Lukas 5, 17–26. In diesem Spiel kam es zu lebendigen Begegnungen zwischen dem biblischen Text, dem Einzelnen und der Gruppe. Sie gaben Auskunft auf die Frage: Wer bin ich im Zusammenhang mit dieser Geschichte? Zu welchen Haltungen und Schritten werden die Spielenden eingeladen und herausgefordert?

Und was erfahren sie über ihr Leben und ihren Glauben? Anschliessend an das Spiel tauschten die Betroffenen ihre ganz persönlichen Erfahrungen zu diesem Bibliodrama aus.
Nach dem eindrücklichen Gottesdienst mit dem St. Galler Regens Guido Scherrer am frühen Samstagmorgen vermittelten Esther Rüthemann, Peter Zürn und Claudia Mennen in drei Ateliers praktische Elemente aus dem Bibliodrama in den drei verschiedenen Arbeitsfeldern Schule und Katechese, Gottesdienstgestaltung oder in Gremien und Gruppen wie Seelsorgeteams, Ordensgemeinschaften, Kirchenpflegen, Pfarreiräten sowie Leitungsteams von Verbänden.
Das Haus Stella Matutina in Hertenstein bei Weggis war an diesen beiden Tagen für die IKB-Menschen ein Ort der Stille, der Besinnung und der bibliodramatischen Herausforderung. Robert Knüsel-Glanzmann und Schwester Laetitia Kuhn von der Fachstelle IKB in Luzern waren der glänzend organisierende ruhende Pol dieser beiden Tage. Zudem verwöhnten die Baldegger Schwestern die Gästeschar mit echt kulinarischen Höhenflügen.

Christian Murer