Bibliodrama-Spielwoche   

Bibeltexte und Erfahrungen

 

Welche Bibeltexte wurden gespielt?

Aus dem Ersten Testament: Der Fall des Menschen (Genesis 3,1-24), die Darbringung Isaaks (Genesis 22,1-19), der Text der Fastenkampagne 2018: "Kauft ohne Geld!" (Jesaja 55), der Brief des Jeremia an  die Deportierten in Babylon (Jeremia 29,1-12)

Aus dem Zweiten Testament: die Arbeiter im Weinberg (Mt 20,1-16 2x), die Tempelreinigung (Mt 21,12-17), Petrus verleugnet Jesus (Mt 26,69-75), die Heilung eines Gelähmten (Mk2,1-12), die Heilung der blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jairus (Mk 5,21-43), die Geschichte von Bartimäus und Jesus (Mk 10,46-52 2x), die Aussendung der 72 Jüngerinnen und Jünger (Lk 10,1-12), die Heilung von 10 Aussätzigen (Lk 17,11-19), das leere  Grab (Lk 24,1-12), das Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus in Jerusalem (Joh 3,1-21), die Heilung eines Gelähmten am Teich Betesda (Joh 5,1-18), der Einzug Jesu in Jerusalem (Joh 12,12-19), der Brief des Paulus von Glaube, Hoffnung und Liebe (1 Kor 13,8-13)

Welche Erfahrungen wurden gemacht und als besonders wichtige benannt?
Aussagen von Spielenden und Leitenden:

«Das nehme ich mich nach Hause. Das vergesse ich nie mehr»
Menschen haben sich tief berühren lassen

«Der Abstand, den dieses «Ereignis» im Garten Eden zwischen Gott und Mensch geschaffen hat, war schmerzlich sichtbar, spürbar und begreifbar.» (Gen 3)

«Eine Frau spielte Gott. Sie hat im Spiel erfahren, welche überfliessende Liebe sie fühlt. Sie war selber erstaunt, dankbar, voll Freude und Demut, dass sie das so erfahren konnte.» (Jer 29)

«Freude und Lachen begleiteten die Heilung, aber auch Verwirrung zusammen mit der Aussage: Ich kenne das von meinem Leben.» (Joh 5)

«Die Freude, den Lobgesang und die bedingungslose Liebe gegenüber dem Sohn Davids bis ins Innerste zu spüren, war sehr berührend.» (Mt 21)

«Genauso ist es in meinem Leben!» (zu Mt 26)

"Ich hätte nie gedacht, dass eine Bibelstelle für mich so lebendig werden kann und so mit meinem Leben verbunden ist." (zu Mk 5)

«Es war eine eindringliche, schöne Erfahrung und überraschend war, dass sie merkten, dass dieser Text über dich und mich geht.»

«Die beiden Petrusse (in Mt 26) waren erschüttert über sich selbst. Dass sie so gar nicht die waren, die sie gedacht hatten.»

Es gefällt mir, neues Leben zu eröffnen, für andere und für mich: Ich bin eine Geburtshelferin.» (Lk 24)

«Ich spüre viel Ärger in mir über die Händler und Geldwechsler und bin daher gehemmt zu heilen. Das ist schwer auszuhalten. Dieses Gefühl kenne ich.» (zu Mt 21)

 

«Viel Verlangen nach Ganzheit wurde ausgesprochen»
Menschen machen überraschende, andere Erfahrungen mit sich, mit der Bibel, mit Gott

«Die klassischen Assoziationen zu dieser Geschichte (Fall des Menschen Gen 3), wie z.B. Schuldzuweisung und Sündenfall, haben gar keine Rolle gespielt.»

«Ein Gruppenmitglied erfuhr, dass es nicht um Gehorsam von Abraham geht (Gen 22), sondern um sein Vertrauen und seine Offenheit.»

«Für die anderen beten – das verändert alles.» (Jer 29)

«Also ist das Reich Gottes auch für die, die ihn (Jesus) ablehnen? Das wurde bestätigt.» (Lk 10)

«Aufgefallen ist, dass das Thema «Blindheit» kaum zur Sprache kam, sondern der Fokus auf das Loslassen des so vertrauten Mantels gerichtet war.» (Bartimäus Mk 10)

«Eine hat die Erfahrung gemacht, dass sie jetzt die Pharisäer viel besser verstehen kann.» (Joh 12)

„Der Weinberg“ sagte: ich brauche euch, sonst verfaulen meine Früchte am Baum.  Diese Aussage ist eingefahren. Ich darf Erntehelferin sein (Mt 20)

«Ein Jünger, er nannte sich «Thomas», kannte die Schrift nicht und wollte ihre Stimme nochmals hören. Dieser Jünger stimmte dann gegen Schluss als erster das Hosianna an. Ein Anderer nimmt davon nimmt mit nach Hause, dass gerade der «ungläubige Thomas» nach der Schrift gefragt und das Hosianna angestimmt hat. Auf das Leben bezogen: Gerade Fragende können viel bewirken.» (Joh 12)

«Die beiden Mägde (aus Mt 26) brachten die Perspektive ins Spiel, dass der Satz «Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer» gar nicht unbedingt einen diffamierenden Ton hat, sondern auch Interesse und Anteilnahme bedeuten könnte.»

«Wir entdeckten, dass der Fels Petrus gar kein Gegensatz zu diesem bitterlich weinenden Petrus ist, sondern dass die schonungslose Begegnung mit den eigenen Abgründen wohl die Voraussetzung für das Felssein ist.»

«Obwohl nicht direkt sichtbar, ist Gott doch anwesend und spürbar!»

Die Frage nach dem Zusammenhang vonKrankheit und Sünde hat viele bew egt, vor allem, weil sie selbst von Krankheit betroffen waren und sich diese Frage auferlegen. Das Spiel hat sehr geholfen, das moralische (Fehl)Verständnis von Sünde zu überwinden und durch das starke Miteinander im Spiel die
Eigenverantwortung für den Lebens- und Glaubensweg zu erkennen (Mk 2).

Neue Schriftgelehrten-Erfahrung: einer, der wirklich bemüht ist, den Schatz der jüdischen Glaubensgeschichte zu bewahren, der aber im Unterschied zum Schriftgelehrten im Text kommunikativ ist und sein Anliegen verständlich macht (Mk 2).

 

«Mut zu sich zu stehen»
Offene Fragen tun sich auf und dürfen sein.
Das führt manchmal in die Krise und durch sie hindurch zum Reifen

«Die biblischen Texte geben viel mehr Fragen mit auf den Weg als dass sie Antworten geben.»

«Die Worte Gottes erfüllen sich genau dann, wenn ich ihnen vertraue und mich in diesem Vertrauen mit anderen verbinde – zu unserem Wohl. Die Erfüllung wird durch so viele Kräfte verhindert: Skepsis, Abgelöschtsein, auch Sorge, sogar durch Liebe, wenn sie nicht in Beziehung zu konkreten Menschen bringt. (zu Jer 29)

«Aus ihrer Lebenserfahrung wollte eine Frau aus dem Volk Israel immer warnen vor zu vielen und zu grossen Träumen. Wir sollten realistisch bleiben. Immer wieder sagte sie «aber». Sie war voll Aberglauben. Als sie das entdeckte, erschrak sie schrecklich.» (Jer 29)

«Da war ein Bartimäus, der nicht schreien wollte, weil Jesus ja schon alles wusste. Bis klar wurde, dass dann nichts passiert.» (Mk 10)

«Eine hat durch das Aufstehen von Bartimäus gelernt, dass sie eine wichtige Entscheidung in ihrem Leben treffen muss.» (Mk 10)

«Jemand wagte zuerst nichts, so wie meistens in seinem Leben, wie er selbst sagte. Dann aber wagte er es, einen Jünger zu fragen, ihn zu Jesus zu begleiten.» (Mk 10)

«Ich habe mich genügend lang dem Tod zugewendet; nun wende ich mich dem Leben zu. Es befreit, in das Licht und in die Weite zu schauen.» (Lk 24)

«Ein Anderer war von seiner Bereitschaft, seinen Sohn hinzugeben, schockiert.» (Gen 22)

"Am Ort "Hier wird gekauft ohne Geld" stand eine Person, die auch im persönlichen Leben ein naturverbundenes "Aussteiger"-Leben anstrebt und dies sehr authentisch und berührend verkörpert. Am Ort "Hier wird gekauft" stand eine Person, die ebenfalls authentisch die positiven Aspekte einer sozial verantwortlichen Marktwirtschaft eingebracht hat. So wurde die Spannung un radikale Einladung im Text in Praxis und konkretes Leben geholt." (Jes 55)

«Als Apostelin will ich die Botschaft weiter hinaustragen und auch nochmals zum leeren Grab gehen und mich vergewissern.» (Lk 24)

 

«Ich freue mich einfach, dass ich sehen darf, dass da so viele Menschen sind, die den Glauben leben und weitergeben möchten» - So wird Kirche!

«Gemeinsam unterwegs zu sein in der gottgeschenkten Freiheit ist so wertvoll und wir können und dürfen uns dies zusagen und zugestehen.»

«Nikodemus, ein Vertreter der Kirche, kommt in der Nacht zu Jesus. Das macht mir Hoffnung, dass da doch noch einer ist, der an Jesus und seiner Botschaft Interesse hat. Auch wenn er’s heimlich macht.» (Joh 3)

«Das Erlebnis, nicht der oder die Einzige zu sein, war eine tiefe Erfahrung von Glaubensgemeinschaft bzw. «Kirche» und hat eine ganz eigene Kraft.

«Es tut gut, in einer wohlwollenden Gruppe über den Glauben zu sprechen und eigene Gefühle und Gedanken auszutauschen. Das habe ich so, auf diese Weise, noch nicht erfahren. Das war grossartig.»

«Der Bibliodrama-Workshop war eingebettet in einen Gottesdienst. Nach dem Workshop feierten wir weiter und erzählten von Erfahrungen. Daraus wurden Fürbitten und Segen.» (1 Kor 13)

«Die Menschen haben sich bedankt, weil sie sich mit ihren Erfahrungen und ihren Fragen ernst genommen fühlten. Ihre Reaktionen gleichen den Reaktionen auf die Heilung des Lahmen: «So etwas haben wir noch nie erfahren».

«Die Hausfrauen (im Sinn von Hausherrinnen?), die die Arbeiter aufgenommen haben, haben für sie Essen zubereitet und es gab am Schluss ein wahres Erntefest. Das Reich Gottes war spürbar.» (Lk 10)